Uber den Künstler
Antoine Wiertz wurde 1929 in eine kreative Familie geboren und von seinem Vater, dem Maler Joub Wiertz, nach dem exzentrischen belgischen Maler Antoine Wiertz benannt. Trotz dieses Künstlernamens schien eine Karriere in der Kunst zunächst nichts für ihn zu sein. Als eines von sieben Kindern wuchs er während der Kriegsjahre in Armut auf, so dass eine pragmatische Berufswahl naheliegend war.
Nach seiner Ausbildung an der Kunstgewerbeschule begann Wiertz seine Karriere als Schaufensterdekorateur beim Bijenkorf in Amsterdam. Später entwickelte er sich zum Grafikdesigner und arbeitete bei verschiedenen Werbeagenturen. Tagsüber beschäftigte er sich mit kommerziellen Entwürfen, abends arbeitete er jedoch an eigenen Projekten. Schließlich gründete er seine eigene Agentur: Studio Wiertz mit Sitz am Singel in Amsterdam. Im Obergeschoss dieses Gebäudes befand sich sein Atelier, wo er neben seiner Werbearbeit mit der Malerei begann.
Das inspirierende Umfeld des Studio Wiertz, in dem auch Künstler wie Jim Rayment und Sam Middleton arbeiteten, förderte seine künstlerische Entwicklung. In seinen frühen Gemälden standen verfallene Häuser und Stadtlandschaften im Mittelpunkt, ein Thema, das er auch in seine Grafiken einfließen ließ. Später entfernte er sich von städtischen Elementen und malte reine Landschaften ohne Gebäude. Sein Stil entwickelte sich hin zu stark abstrahierten Werken, die durch geometrische Formen gekennzeichnet waren, die an die frühe Periode des Kubismus erinnerten.
Nach seiner Pensionierung verlegte Wiertz sein Atelier in das Wilhelmina Gasthuisterrein in Amsterdam Oud-West. Hier fand er erneut eine Künstlergemeinschaft, mit der er viel Kontakt hatte. In dieser Zeit begann er, räumliche Collagen anzufertigen, die an Architektur erinnern. Diese Arbeiten waren überwiegend weiß mit subtilen Farbakzenten.
Wiertz stellte in verschiedenen Galerien aus, darunter Galerie Clement, Galerie Nine und Het Glazen Huis im Amstelpark. Außerdem war er regelmäßiger Teilnehmer der Offenen Ateliers auf dem Gelände des Wilhelmina Gasthuis. Sein Werk, das eine Brücke zwischen Grafikdesign und Malerei schlägt, lebt weiter und wird von seinen Kindern geehrt. Auf ihre Initiative hin präsentiert WG Kunst im ersten Wochenendsalon des neuen Jahres einen Überblick über sein Schaffen.
In seiner Karriere, die sowohl angewandte als auch freie Künste umfasste, hinterließ Antoine Wiertz ein facettenreiches und vielschichtiges künstlerisches Erbe.
















































