Uber den Künstler
Jozef Van Ruyssevelt (Basel, 25. Mai 1941 – Kalmthout, 20. März 1985) war ein außergewöhnlich vielseitiger flämischer Künstler, der Malerei, Druckgrafik, Fotografie und Musik zu einem einzigen, feinfühligen Universum verwob. Sein Werk besitzt dieselbe Intensität wie der Klang seines Cellos: vielschichtig, melancholisch und durchdacht.
Van Ruyssevelt entwickelte eine Bildsprache, in der Figuration und Stille ineinanderfließen. Seine Gemälde verströmen oft eine introspektive Atmosphäre, in der die menschliche Präsenz spürbar ist, selbst wenn sie nur angedeutet wird. Er nutzte Farbe nicht als Dekoration, sondern als emotionales Instrument – mal gedämpft und erdig, dann wieder scharf kontrastierend, als spiele er musikalisch mit Licht und Schatten.
Als Grafiker bewies er großes technisches Können. Seine Linienführung ist präzise und akribisch, mit einem starken Fokus auf Komposition. In seinen Fotografien suchte er nach Momenten der Stille und Entfremdung: Fragmente der Realität, die, einmal isoliert, eine beinahe poetische Kraft entfalten. Dieselbe Konzentration und Disziplin prägten auch seine musikalische Tätigkeit als Cellist, der er sich mit Hingabe widmete.
Das Besondere an Van Ruyssevelt ist die Vernetzung seiner Disziplinen. Bild und Ton, Licht und Linie, Rhythmus und Raum: Alles scheint Teil eines einzigen Strebens nach Harmonie und innerer Resonanz. Sein Werk zeugt von einem Künstler, der sich nicht für ein einzelnes Medium, sondern für einen Lebensstil entschied, in dem Kunst zu einem ganzheitlichen Erlebnis wurde.
Sein früher Tod im Jahr 1985 setzte einer vielversprechenden Entwicklung ein jähes Ende. Doch sein Werk hallt weiterhin nach – still, konzentriert und intensiv – wie ein lang anhaltender Celloton, der im Raum verweilt.















































