Riete Sterenberg-Gompertz
BiografieUber den Künstler
Riete Sterenberg-Gompertz wurde 1919 in Amsterdam geboren. Schon in jungen Jahren zeigte sie großes zeichnerisches Talent, das sie nicht nur künstlerisch, sondern auch im Dienste höherer Ziele einsetzte. Während des Zweiten Weltkriegs spielte Riete eine mutige und entscheidende Rolle im Widerstand. Vom Haus von Tine und Herman Waage am Merwedeplein aus – einem Gebäude, das in Widerstandskreisen als PBC, das Identity Card Center, bekannt war – fälschte sie unzählige Ausweise. Mit ihrer geschickten Hand verhalf sie vielen Menschen zu Dokumenten, mit denen sie Deportation und Verfolgung entgehen konnten.
Ihre Widerstandsarbeit war nicht ungefährlich. Riete wurde schließlich verhaftet. Als protestantische Jüdin wurde sie über Westerbork nach Theresienstadt deportiert, das berüchtigte Konzentrationslager, in dem viele den Krieg nicht überlebten. Riete jedoch überlebte diese schwere Tortur und wurde bei der Befreiung des Lagers gerettet. Nach dem Krieg kehrte sie in ihre Heimatstadt Amsterdam zurück.
Nach dieser dramatischen Zeit nahm Riete ihre Arbeit als Malerin wieder auf. Ihre Erlebnisse verliehen ihrer Kunst zusätzliche Tiefe und Sensibilität. Sie hielt figurative Motive, Landschaften und Stillleben auf persönliche, manchmal melancholische Weise fest. Ihre Arbeiten zeichneten sich durch eine warme Farbgebung, einen lockeren Strich und ein ausgeprägtes Gespür für Atmosphäre und Intimität aus.
Riete blieb zeitlebens mit Tine Boeke-Kramer (ehemals Waage-Kramer) befreundet, mit der sie während des Krieges eng zusammenarbeitete. Diese Freundschaft symbolisierte die unzerbrechliche Verbindung, die in den dunkelsten Zeiten geschmiedet worden war.
Sterenberg-Gompertz blieb künstlerisch aktiv und engagierte sich weiterhin für ihre Umwelt. Sie starb 1993, doch ihre Lebensgeschichte und ihr Werk bilden eine bleibende Hommage an Mut, Freundschaft und künstlerisches Engagement.
























