Uber den Künstler
S. Teddy Darmawan, besser bekannt als S. Teddy D. (1970–2016), war eine der schwer fassbarsten und ausdrucksstärksten Figuren der indonesischen Kunstszene seiner Generation. Teddy wurde in Padang in Westsumatra geboren und studierte am renommierten Institut Seni Indonesia (ISI) in Yogyakarta, wo er im Jahr 2000 sein Studium der Malerei abschloss. Er entwickelte sich zu einer künstlerischen Kraft, die Disziplinen und Konventionen durchbrach.
Seine Arbeit war so ungestüm wie seine Persönlichkeit: ausdrucksstark, verspielt, ironisch und gleichzeitig von einem tiefen Gespür für die soziale und persönliche Realität durchdrungen. Gemälde, Zeichnungen, Installationen, Skulpturen und Performances – S. Teddy D. kannte in seiner Suche nach Ausdruck keine Grenzen. Seine Kunst war eine Art visuelles Tagebuch: eine bunte Collage seiner Familie, Freunde, Nachbarschaft, des Hundes, militärischer Symbolik (die aus der Tatsache entstand, dass sein Vater Soldat war), Medienfragmenten und – immer – seinem eigenen Selbstporträt. Doch handelte es sich dabei nicht um Ego-Dokumente im klassischen Sinn: Es waren ungeschönte, oft absurde Reflexionen über das Menschsein in einer sich rasch verändernden Welt.
Was S. Teddy D. wirklich auszeichnete, war seine Fähigkeit, das Banale erhaben zu machen. Er baute kleine Theater, in denen er Alltagsgegenstände – einen Schuh, eine Spielzeugfigur, einen Fernsehbildschirm – zu Szenen poetischer Absurdität arrangierte. Damit verlieh er nicht nur seinem eigenen Leben, sondern auch dem seiner Zuschauer eine theatralische Ladung. Seine Werke waren anarchistische Mythologien des gewöhnlichen Lebens.
Er scheute sich nicht, über den Tellerrand hinauszuschauen – im wörtlichen und übertragenen Sinne. Inspiriert von der rauen Ästhetik von Graffiti, Tattoos und der Punkkultur und ähnlich wie Gleichgesinnte wie Bob Sick Yudhita und EddiE haRA, zeigte S. Teddy D. der Kunstelite eine lange Nase und entwickelte eine einzigartige, rebellische Bildsprache, die großen Anklang beim Aufstieg des indonesischen Marktes für zeitgenössische Kunst im Jahr 2008 fand.
S. Teddy D. starb 2016, aber sein Werk lebt als Schrei und Lachen weiter – rebellisch, entwaffnend, voller Leben. Er war der Dichter des Banalen, der Punk des Pinsels, der Träumer mit Schlamm an den Füßen. In seinen Mythologien des Alltags sehen wir uns selbst – manchmal lächelnd, manchmal verloren – aber immer mit offenen Augen.

















































