Femme qui Marche 1940
Fred Carasso
TerrakottaKeramik
40 cm
€ 5.000 - 10.000
Kunsthandel Pygmalion
- Über KunstwerkFred Carasso (Carignano, Italië 1899-1969 Amsterdam)
Femme qui Marche (1940)
40 cm hoog
Terracotta. Gesigneerd en gedateerd 40 op het voetstuk.
Herkomst: Nederlandse particuliere collectie.
Tentoongesteld:
– Stedelijk Museum, Amsterdam, Tentoonstelling van werken der leden den Nederlandsche Kring van Beeldhouwers, 1 Januari – 2 Maart 1940, als Loopende Vrouw.
– Stedelijk Museum, Amsterdam, Tentoonstelling van werken der leden den Nederlandsche Kring van Beeldhouwers, 1 February – 2 March 1941, no. 36 as Loopende Vrouw.
– Rotterdamsche Kunstkring, Rotterdam, 29 November -14 December 1941, no. 3
– Zutphen, 9 September 1941, no. 1
N.B. Wordt opgenomen in de catalogue raisonne welke in voorbereiding is. - Über Künstler
Fred Carasso (Carignano, nahe Turin, 1899 – Amsterdam, 1969) war ein italienisch-niederländischer Bildhauer, der für seine sozial engagierten, monumentalen Skulpturen und seinen Einfluss auf die niederländische Nachkriegsskulptur bekannt war. Sein Werk spiegelt eine Verbindung italienischer modernistischer Traditionen, politischer Überzeugung und der Suche nach einer universellen, kraftvollen Formensprache wider.
Carasso wurde in eine Arbeiterfamilie im Piemont hineingeboren und wuchs in einer Zeit sozialer Unruhen und politischer Kämpfe auf, die seine Weltanschauung nachhaltig prägten. Schon in jungen Jahren schloss er sich anarchistischen und sozialistischen Bewegungen an – ein Engagement, das ihn zeitlebens prägen sollte. In Italien engagierte er sich antifaschistisch und musste schließlich vor dem Mussolini-Regime fliehen.
In den 1920er Jahren landete er in Paris, wo er mit Avantgarde-Bewegungen und Künstlern wie Ossip Zadkine in Kontakt kam und sich mit ihm anfreundete. In Paris vertiefte er sich in moderne Bildhauertechniken und entwickelte einen Stil, der kraftvolle, vereinfachte Formen mit ausdrucksstarker Bewegung und Spannung verband.
Um der politischen Verfolgung zu entgehen, ließ sich Carasso Anfang der 1930er Jahre in den Niederlanden nieder. In Amsterdam fand er eine neue Heimat, wo er aktiv am kulturellen und politischen Leben der linken Intelligenzia teilnahm. Während des Zweiten Weltkriegs tauchte er vorübergehend unter und blieb im Widerstand aktiv. Seine Erfahrungen mit Unterdrückung und dem Kampf gegen Ungerechtigkeit bildeten eine bleibende Inspirationsquelle für sein Werk.
Nach 1945 machte sich Carasso einen Namen als Schöpfer monumentaler Skulpturen und Kriegsdenkmäler. In seinen Skulpturen gelang es ihm, eine nüchterne Monumentalität mit einer intensiven menschlichen Ausdruckskraft zu verbinden. Zu seinen bekanntesten Werken zählen das Widerstandsdenkmal in Hoorn (1950) und das Denkmal für die gefallenen Eisenbahner in Utrecht (1949), die bis heute an seine Fähigkeit erinnern, kollektive Erinnerung und persönliche Emotionen in einem kraftvollen Bild zu vereinen.
Sein Stil entwickelte sich kontinuierlich weiter: Von eher expressionistischen Formen wechselte er zu einer strafferen, oft geometrischen Formensprache, ohne dabei die menschliche Dimension zu verlieren. Carassos Skulpturen zeigen oft eine Spannung zwischen Abstraktion und Wiedererkennbarkeit, zwischen Masse und Bewegung und zeugen von dem Wunsch, gesellschaftliche Themen universell auszudrücken.
Neben seinem eigenen Werk war Carasso auch ein wichtiger Lehrer für junge Bildhauer in den Niederlanden. Er trug zur Wiederbelebung der Monumentalkunst nach dem Krieg bei und regte die Debatte über die Rolle der Kunst im öffentlichen Raum und in der Gesellschaft an.
Fred Carasso blieb bis zu seinem Tod 1969 als Künstler und engagierter Bürger aktiv. Sein Werk spiegelt ein lebenslanges Engagement für Menschenwürde, Freiheit und Solidarität wider – Werte, die er nicht nur in seinen politischen Entscheidungen, sondern auch in Bronze, Stein und Ton zum Ausdruck brachte. Sein Werk ist bis heute im niederländischen Straßenbild sichtbar und prägt die bleibende Erinnerung an einen Künstler, dem es gelang, Kunst und Engagement untrennbar zu verbinden.
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