Russland 1734
Isaak Tirion
€ 325
Inter-Antiquariaat Mefferdt & De Jonge
- Über KunstwerkNieuwe kaart van Muskovie of Rusland na de laatste ontdekking int licht gebracht [New map of Muskovie or Russia brought to light after the latest discovery], copper engraving made by J. Keizer, 1734, published in the "Nieuwe en Beknopte Hand-Atlas, bestaande in eene Verzameling van eenige der algemeenste en nodigste Landkaarten" [New and Concise Hand Atlas, existing of a collection of some of the most common and necessary Maps], by Isaak Tirion of Amsterdam in 1740 or later. With original hand colouring. Size: 29 x 35 cm. Detailed map of the European part of the Russian Empire between Finland, the Ural Mountains, the Black Sea and the Caspian Sea. Isaak Tirion (1705 - 1765) was a Dutch bookseller and publisher with his business in Amsterdam, initially on the Nieuwezijds Voorburgwal, later in the more prestigious Kalverstraat. He has published many books, recurring publications and magazines, including many topographical works. Price: Euro 325,-
- Über Künstler
Isaak Tirion (ca. 1705–1765) war einer der einflussreichsten Amsterdamer Verleger des 18. Jahrhunderts – ein Mann, der mit Papier, Kupferplatten und großem Ehrgeiz das Weltbild seiner Zeit prägte. Geboren in Utrecht und um 1725 in Amsterdam niedergelassen, baute er von seinem Laden am Nieuwendijk und später in der Kalverstraat aus ein Verlagsimperium auf, das Wissen buchstäblich auf die Landkarte brachte.
Tirion veröffentlichte ein beeindruckendes Werk an Büchern, Zeitschriften und umfangreichen Reihen. Sein Name wurde untrennbar mit monumentalen Projekten wie der „Hedendaagse Historie“ (45 Bände) und dem „Tegenwoordige Staat der Vereenigde Nederlanden“ (12 Bände) verbunden, in denen er die Welt und die Republik systematisch in Bild und Wort darstellte. Seine Stärke lag nicht nur im Unternehmergeist, sondern auch in seiner redaktionellen Vision: Er verstand es, Informationen für ein wachsendes, wissbegieriges Publikum zu organisieren, zu aktualisieren und kommerziell erfolgreich aufzubereiten.
Besonders berühmt wurde er für seine Atlanten. Zwischen etwa 1740 und 1784 erschienen mehrere Ausgaben, von kompakten Sammlungen bis hin zu umfangreichen Werken mit über hundert Karten. Der Atlas von Zeeland (1760) gilt als Höhepunkt: ein reich illustriertes Werk mit Karten, Stadt- und Dorfansichten sowie Porträts bekannter Zeeländer. Handschriftliche Karten der Familie Hattinga dienten als Grundlage für dieses Projekt – ein Beispiel dafür, wie Tirion vorhandenes Wissen in hochwertige Stiche auf festem Papier umsetzte. Er empfahl den Käufern sogar, Platz in den Einbänden für zukünftige Ergänzungen zu lassen: ein Verleger mit Weitblick.
Sein Schaffen beschränkte sich nicht auf kommerzielle Publikationen. Im Auftrag der Staaten von Holland und Westfriesland erstellte er zwischen 1754 und 1765 zahlreiche Wasserwirtschaftskarten, teils vertraulicher Natur. Dabei fungierte Tirion als akribischer Herausgeber von technisch und politisch sensiblem Kartenmaterial – eine Rolle, die seinen Ruf als zuverlässiger und kompetenter Verleger untermauerte.
Nach seinem Tod im Jahr 1765 wurde er in Amsterdam beigesetzt. Seine Witwe, Johanna Koster, führte das Geschäft noch einige Jahre weiter und bewies damit, dass Tirions Verlag nicht nur ein Unternehmen, sondern ein etablierter Name in der Welt der Bücher und Landkarten war.
Isaak Tirion war mehr als ein Buchhändler: Er war ein Architekt des Wissens. In einer Zeit, in der die Welt immer größer und komplexer wurde, gestaltete er sie – gedruckt mit Tinte, in Kupfer gestochen und in der ganzen Republik und darüber hinaus verbreitet.
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