Uber den Künstler
Aart Schouman (auch Aert Schouman geschrieben) (Dordrecht, 4. März 1710 – Den Haag, 5. Juli 1792) war ein vielseitiger niederländischer Maler, Tapetenmaler, Radierer, Aquarellist und Kupferstecher. Obwohl sein Werk lange Zeit relativ wenig Anerkennung fand, zählte er im 18. Jahrhundert zu den führenden Künstlern in Zeeland und Südholland. Seine Karriere erstreckte sich über Dordrecht, Den Haag und Middelburg.
Mit fünfzehn Jahren ging Schouman bei dem Maler Adriaan van der Burg in die Lehre. 1736 gründete er die Dordrechter Lukasbruderschaft, einen Verein für Kunstliebhaber und Amateure der Region. Auch in Den Haag spielte er eine bedeutende Rolle: Vier Jahre lang war er Vorsitzender der Malerbruderschaft Pictura und Ehrenmitglied einer Haager Dichtergesellschaft.
Sein Œuvre umfasst Porträts und großformatige, bemalte Tapeten. Anfangs widmete er sich vorwiegend mythologischen und biblischen Themen, später verlagerte sich sein Fokus auf dekorative und naturkundliche Motive: Kompositionen mit Vögeln, seltenen Tieren und Pflanzenstudien. Er zeichnete Tiere aus der Menagerie des Statthalters Wilhelm V. in Het Kleine Loo und wurde besonders für seine Aquarelle von Stadtansichten und parkähnlichen Landschaften mit exotischen Vögeln geschätzt – zu seiner Zeit bemerkenswert einzigartig und bis heute als sein Markenzeichen erkennbar. Neben der Malerei widmete er sich der Radierung und Glasgravur und sammelte selbst Kunst. Sein Leben ist dank seiner Tagebücher außergewöhnlich gut dokumentiert.
In den letzten Jahren erfuhr sein Werk eine sichtbare Neubewertung. Das Dordrechts Museum organisierte mehrere Ausstellungen, die Schouman gewidmet waren, und 2020 wurden zwei von ihm in Paris gemalte Tapeten für das Schloss Huis ten Bosch erworben, wo sie im schwarzen Speisesaal ausgestellt wurden. Seine Werke wurden 2025/26 erneut im Dordrechts Museum gezeigt, was seinen Ruf als raffinierter Darsteller von Natur und Dekoration weiter festigte.













































