Uber den Künstler
Gerard Johan Staller (Amsterdam, 2. Januar 1880 – ebenda, 18. Oktober 1956) war ein vielseitiger niederländischer Künstler, bekannt als Maler, Illustrator, Zeichner, Grafiker, Aquarellist, Radierer und Plattenmaler. Sein Werk konzentrierte sich hauptsächlich auf die Erfassung des Amsterdamer Stadtlebens, mit besonderem Schwerpunkt auf den jüdischen Vierteln rund um den Waterlooplein und den Jordaan. Dies brachte ihm den Spitznamen „der Maler des jüdischen Lebens in Amsterdam“ ein.
Staller absolvierte seine Ausbildung an der Staatlichen Normalschule für Zeichenlehrer, dem Institut für Angewandte Kunsterziehung und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Amsterdam. Hier wurde er unter anderem von August Allebé unterrichtet. Nach seiner Ausbildung war er zunächst in der keramischen Industrie als Tellermaler tätig, widmete sich später jedoch ganz der Malerei. Seine Arbeit bestand hauptsächlich aus Amsterdamer Stadtansichten und Volksszenen und hielt das tägliche Leben in den jüdischen Vierteln und im Jordaan fest.
1913 wurde Staller mit dem Willink van Collen-Preis ausgezeichnet, einer prestigeträchtigen Auszeichnung für vielversprechende Künstler. Er war Mitglied der Künstlervereinigungen Arti et Amicitiae und Sint Lucas in Amsterdam. Er unterrichtete auch Frits Schiller, einen Amateurmaler und Besitzer des Schiller Hotels am Rembrandtplein.
Staller war ein regelmäßiger Besucher des Artis Zoo, wo er das Leben der Tiere und der Besucher in seinem Skizzenbuch festhielt. Seine Gemälde bieten eine einzigartige historische Perspektive auf das Amsterdamer Stadtleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, mit lebhaften Marktszenen, belebten Straßen und intimen Einblicken in das tägliche Leben der jüdischen Gemeinde. Seine Arbeit ist eine wertvolle Quelle sowohl für Kunstliebhaber als auch für Historiker, die sich für das kulturelle Erbe Amsterdams interessieren.
Heute befinden sich Stallers Werke in verschiedenen Museen und Privatsammlungen. Seine Gemälde werden noch immer wegen ihres historischen Werts und ihrer künstlerischen Qualität geschätzt und bieten ein nostalgisches Fenster in eine vergangene Ära des Amsterdamer Stadtlebens.



















































