Uber den Künstler
Bertha van Hasselt wurde am 22. Februar 1878 in Zwolle geboren, zu einer Zeit, als der Weg zur Künstlerin für Frauen noch nicht selbstverständlich war. Dennoch gelang es ihr, sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in der niederländischen Kunstwelt durchzusetzen – mit Überzeugung, Talent und einem unverwechselbaren Stil. Als Künstlerin arbeitete sie abseits der ausgetretenen Pfade des akademischen Realismus und fand ihre eigene Bildsprache, in der Farbe und Ausdruck Vorrang vor präziser Darstellung hatten.
Van Hasselt studierte an der Königlichen Kunstakademie in Den Haag, wo sie mit neuen Strömungen der Malerei in Berührung kam. Ihre Werke zeigen Einflüsse des Postimpressionismus und Symbolismus, zeugen aber vor allem von einer persönlichen und emotional aufgeladenen Malweise. Sie arbeitete mit vollen Pinselstrichen und bevorzugte tiefe, gesättigte Farben. Themen wie Frauenporträts, Stillleben und Landschaften aus ihrer unmittelbaren Umgebung tauchten in ihrem Werk immer wieder auf.
Ihr künstlerisches Schaffen fiel in eine turbulente Zeit: Die Moderne stand vor der Tür, doch in den Niederlanden herrschte noch ein gewisser Konservatismus. Dennoch gelang es Van Hasselt, sich einen Platz in Ausstellungen und Künstlerkreisen zu sichern. Sie wurde Mitglied von Arti et Amicitiae und Pulchri Studio, und ihre Werke wurden regelmäßig in Salons in Den Haag und Amsterdam gezeigt.
Bemerkenswert war ihre Fähigkeit, Introspektion und Stärke zu verbinden: Die Frauen in ihren Porträts blicken nicht weg, sondern zurück – selbstbewusst. In einer Zeit, in der Künstlerinnen oft als „Dilettantinnen“ galten, gelang es Van Hasselt, ein Werk aufzubauen, das von handwerklichem Können und Vision zeugte. Sie arbeitete viel in Gelderland und Overijssel, pflegte aber auch Kontakt zu Künstlern aus dem Westen des Landes.
1932 starb Bertha van Hasselt im Alter von 54 Jahren in Nimwegen. Ihr Name verschwand nach ihrem Tod weitgehend aus der Kunstgeschichte, doch ihr Werk wird wiederentdeckt. Es verdient Anerkennung als Teil der breiteren Entwicklung der modernen Malerei in den Niederlanden – und als Stimme einer Frau, die sich nicht den Erwartungen ihrer Zeit anpasste, sondern ihren eigenen Weg der Farbe ging.















































