Feeding time 1862
Luigi Bazzani
ÖlpastellPlatte
27 ⨯ 20 cm
ConditionExcellent
Preis auf Anfrage
Gallerease Selected
- Über KunstwerkTitled: 'Feeding time'.
Atributed to Sir Lawrence Alma Tadema but most probably made by the Italian Luigi Bazzani.
Delicate and well-painted little scene of a Roman woman feeding pigeons.
The scenery looks as if in Pompeï, which was excavated during the time the painting was made.
The painting is attributed to Sir Lawrence Alma Tadema, signed inverso.
But given the style, this is most likely the work of Luigi Bazzani, a contemporary of Tadema, who painted similar scenes.
No provenance information, except from a Christies stencil number 'DV 151' at the back of the painting.
Recently restaurated and re-varnished
Including frame. - Über Künstler
Luigi Bazzani, genannt Il Bazzanetto, war nicht nur ein Maler von Ruinen – er war ein Bewahrer der Erinnerung. Geboren am 8. November 1836 in Bologna, studierte er an der Accademia di Belle Arti, bevor er prägende Reisen durch Frankreich und Deutschland unternahm. Doch es war Rom, wo er sich 1861 niederließ, das seinen künstlerischen Weg bestimmte. Dort entwickelte er eine raffinierte Bildsprache für Genreszenen, Bühnenbilder und eindrucksvolle Landschaften, zunehmend angezogen von den poetischen Überresten der klassischen Antike.
Bazzanis Lebenswerk sollte untrennbar mit Pompeji verbunden sein. Zu einer Zeit, als die wiederentdeckte Stadt noch Spuren der ursprünglichen Pigmente aufwies, erkannte er die Dringlichkeit der Bewahrung durch Malerei. Von etwa 1880 bis 1915 widmete er rund 35 Jahre der Dokumentation der Ausgrabungen in akribischen Aquarellstudien. Sein Ansatz ging über die romantische Ruinenmalerei hinaus; Mit beinahe wissenschaftlicher Präzision untersuchte er architektonische Reliefs, Wandstrukturen und farbliche Feinheiten. Abgeplatzter Marmor, verblassende Fresken, bröckelnder Stuck – jede Oberfläche wurde mit erstaunlicher technischer Beherrschung und einer Palette zurückhaltender, stimmungsvoller Töne wiedergegeben.
Archäologen schätzten ihn nicht nur als Künstler, sondern auch als Beobachter, dessen Blick das bewahrte, was die Zeit bald auslöschen würde. Er steuerte vierzehn Illustrationen zu Publikationen von Pompejis führendem Archäologen Amedeo Maiuri bei, und viele der von ihm gemalten Interieurs sind inzwischen bis zur Unkenntlichkeit verfallen. Heute dienen seine Werke als visuelle Archive – Dokumente ebenso wie Kunstwerke – und schlagen eine Brücke zwischen Kunst und archäologischer Forschung.
Neben seiner Arbeit in Pompeji war Bazzani ab 1895 als Aussteller in Rom, Wien, München, Berlin und Paris sehr aktiv. Er lehrte außerdem Perspektive und Bühnenbild an der römischen Akademie und prägte mit seiner strukturellen Klarheit und seinem räumlichen Empfinden eine ganze Generation von Künstlern. Die Mitgliedschaft in mehreren italienischen Akademien bestätigte seinen Status in der Kunstwelt.
Lange nach seinem Tod blieb Bazzanis Bedeutung bestehen. 2013 widmete eine große Ausstellung in Bologna seine pompejanischen Aquarelle einer neuen Betrachtung und integrierte sie mithilfe modernster Bildgebungstechnologie digital in ihren ursprünglichen architektonischen Kontext – eine angemessene Würdigung eines Künstlers, dessen Lebensmission die Bewahrung vergänglicher Schönheit war.
In Luigi Bazzanis Händen waren Ruinen niemals still. Sie atmeten Farbe, Struktur und die stille Würde von Zivilisationen, die zwischen Ausgrabung und Untergang schwebten.
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