France 1606
Abraham Ortelius
PapierDruck
40 ⨯ 48 cm
€ 1.750
Inter-Antiquariaat Mefferdt & De Jonge
- Über Kunstwerk16TH CENTURY FRANCE “Gallia” [Gaul] copper engraving made by Baptista van Doetecum, first published in 1592 by Cornelisz. Claesz., then by Johan Baptist Vrients, and in this case by Abraham Ortelius in 1606 as part of his atlas “Theatrum Orbis Terrarum” [Theatre of the World]. With original hand colouring. Verso: Italian text. Size: 40 x 48,6 cm. The cartouche mentions that this is a “geographical description of Gaul, newly revised in many places, and with distinct boundaries of the limits of the regions. Made by the authority of Petrus Plancius [who drew the map in 1592]. This land is bordered by the Rhine, the Alps, the Mediterranean Sea, the Pyrenees Mountains, the British and Germanic Aquitanian Ocean; the Romans commonly called it Gaul; within its limits are confined today: the most powerful Kingdom of the Franks, Savoy, the Counties of Burgundy, Helvetia, Alsace, Lorraine, Low Countries, and certain other regions.” The map was map in the time of the French Wars of Religion, a period of civil war between French Catholics and Huguenots. Estimates suggest between two to four million people died from violence, famine or disease directly arising from the conflict. Abraham Ortelius (1527 - 1598) was an Antwerp cartographer, geographer, and cosmographer. His Theatrum Orbis Terrarum is considered to be the world’s first modern atlas. The publication of his atlas in 1570 is often reagarded as the official beginning of the Golden Age of Dutch cartography. Price: Euro 1.750,-
- Über Künstler
Abraham Ortelius (1527–1598) war ein flämischer Kartograf und Geograph, der weithin als Schöpfer des ersten modernen Atlas und einer der einflussreichsten Kartografen der Geschichte gilt. Seine bahnbrechende Publikation „Theatrum Orbis Terrarum“ (Theater der Welt) markierte einen Wendepunkt in der Art und Weise, wie geographisches Wissen gesammelt, standardisiert und präsentiert wurde.
Das 1570 erstmals erschienene „Theatrum Orbis Terrarum“ war sowohl konzeptionell als auch in seiner Ausführung revolutionär. Anders als frühere Kartensammlungen bot Ortelius’ Atlas einen kohärenten und systematischen Überblick über die bekannte Welt mit Karten einheitlicher Größe, einheitlichem Stil und einheitlicher Qualität, begleitet von wissenschaftlichen Kommentaren. Dieser Ansatz wandelte die Kartographie von einem fragmentierten Handwerk in eine strukturierte wissenschaftliche und kulturelle Disziplin und machte die globale Geographie Gelehrten, Kaufleuten und Staatsmännern gleichermaßen zugänglich.
Ortelius lebte und wirkte im Goldenen Zeitalter der niederländischen Kartographie, einer Zeit, in der Fortschritte in der Erforschung, im Buchdruck und im Handel das europäische Weltverständnis grundlegend veränderten. Neben Gerardus Mercator gilt Ortelius als einer der Begründer der niederländischen Kartografieschule. Während Mercator die Kartenprojektion revolutionierte, zeichnete sich Ortelius durch seine Synthese aus – er vereinte das beste verfügbare geographische Wissen in einem einzigen, maßgeblichen Werk.
Über seine technischen Leistungen hinaus war Ortelius ein humanistischer Denker mit einem tiefen Interesse an Geschichte, der klassischen Antike und dem kulturellen Austausch. Er unterhielt ein weitreichendes internationales Netzwerk von Gelehrten, Entdeckern und Kartografen und gab seine Quellen sorgfältig an – eine für seine Zeit ungewöhnliche und fortschrittliche Praxis. Diese wissenschaftliche Integrität trug wesentlich zur Glaubwürdigkeit und zum anhaltenden Einfluss seines Werkes bei.
Abraham Ortelius’ Vermächtnis liegt nicht nur in seinen Karten, sondern auch in seiner Vision der Welt als vernetztes Ganzes. Sein Atlas prägte die europäische Weltsicht über Generationen hinweg und legte den Grundstein für die moderne Kartografie, wodurch er sich einen Platz unter den großen Geistesgrößen der Renaissance sicherte.
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